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für Patienten

Was kann ich selbst tun?

Menschen mit nicht heilbaren, weit fortgeschrittenen Erkrankungen und begrenzter Lebenserwartung benötigen oft eine besonders intensive Versorgung. Für diese Versorgung sind sie nun nicht mehr allein auf Krankenhäuser angewiesen: 

Patienten-verfügung

Viele Menschen sorgen sich darum, am Ende ihres Lebens nicht mehr selbst bestimmen zu können. Angesichts des medizinischen Fortschritts und zunehmender Apparatemedizin haben sie Sorge vor medizinischer Überbehandlung, manchmal auch vor Unterversorgung. Damit auch in dieser Situation sowohl Angehörige als auch der behandelnde Arzt bzw. die behandelnde Ärztin Ihren Willen erkunden können, ist die Erstellung einer Patientenverfügung hilfreich.

Wie elementar wichtig Patientenverfügungen für Situationen sind, in denen Menschen nicht mehr selbst über ihre medizinische Behandlung entscheiden können, wissen die meisten. Und dennoch haben nur 20% – 30% aller Bürgerinnen und Bürger ein solche Verfügung verfasst.

Die Patientenverfügung kommt nur dann zum Tragen, wenn Sie selbst nicht mehr in der Lage sind, Entscheidungen zu treffen oder wenn Sie sich nicht mehr äußern können – zum Beispiel bei Fragen der (Weiter-)Behandlung, künstlicher Ernährung, künstlicher Beatmung oder zu Wünschen für das Lebensende.

Wichtig

Die Patientenverfügung muss schriftlich erfolgen. Allerdings wurden durch ein Urteil des Bundesgerichtshofs von 2016 höhere Anforderungen an eine Patientenverfügung gestellt: Es reicht nun nicht mehr aus, allgemeine Anweisungen zu geben wie etwa „Ich wünsche keine lebenserhaltenden Maßnahmen“ oder „Ich wünsche ein würdevolles Sterben“. Vielmehr ist eine Patientenverfügung nur dann bindend, wenn sie konkrete Entscheidungen des Betroffenen über die Einwilligung oder Nicht-Einwilligung in bestimmte ärztliche Maßnahmen enthält. 

Am besten beschreibt man ganz konkrete Situationen und lege dazu seine Behandlungswünsche fest. Das Bundesjustizministerium hat dazu eine ausführliche Handreichung erstellt 

Vorsorge-
vollmacht

Eine Patientenverfügung allein reicht nicht aus. In Deutschland muss – wenn die erkrankte Person nicht mehr selbst handeln kann – ausdrücklich ein rechtlicher Vertreter bevollmächtigt werden. Das gilt auch für Familienangehörige, die nicht automatisch zu Vertretern werden. Daher ist eine Vorsorge-Vollmacht für die Gesundheitsvorsorge unerlässlich. Die bevollmächtigte Person sollte das Vertrauen des Vollmachtgebers genießen, den Willen des Betroffenen genau kennen und schließlich in der Lage sein, diesen Willen auch durchzusetzen. Das kann sie jedoch nur, wenn sie die Einstellungen des Betroffenen zu Leben und Sterben, zu medizinischer Behandlung und Grenzen des Behandlungswunsch kennt. Ausführliche Gespräche – auch mit dem Hausarzt, in der Familie und im Freundeskreis – sind zu diesem Zweck hilfreich. Zudem sollte man sich mit der Frage lebensverlängernder Behandlung in Situationen wie Notfall (etwa Herzstillstand), Entscheidungsunfähigkeit mit unklarem Ausgang (etwa Schlaganfall) und Situationen mit dauernder Entscheidungsunfähigkeit (wie Wachkoma oder Demenz) auseinandersetzen.

Eine Vorsorgevollmacht bedarf keiner notariellen Bestätigung; man kann sie jedoch bei der Bundesnotarkammer registrieren lassen.

Sofern die erkrankte Person im Vorhinein keine Vertrauensperson bevollmächtigt hat, wird das Amtsgericht einen rechtlichen Betreuer bestellen. Wenn man dies vermeiden will, aber keine geeignete Person für eine solche Vollmacht kennt, kann man sich an einen Betreuungsverein wenden.

Betreuungs-verfügung

Mit einer Betreuungsverfügung kann man im Voraus festlegen:

Wenn das Gericht als rechtlichen Betreuer bestellen soll. (Das Gericht ist an diese Wahl gebunden, wenn sie dem Wohl der zu betreuenden Person nicht zuwiderläuft.)

Wer auf keinen Fall Betreuer werden soll

Ob im Pflegefall eine Betreuung zu Hause oder im Pflegeheim gewünscht wird

Die Betreuungsverfügung kann auch mit einer Vorsorgevollmacht verbunden werden und würde dann zur Geltung kommen, wenn die Vorsorgevollmacht – aus welchen Gründen auch immer – nicht wirksam ist.

Nützliche
Links

Eine Übersicht über die Pflegeheime im Rhein-Erft-Kreis steht hier zum Download bereit:
https://netze.rhein-erft-kreis.de/scripts/heime.html

Eine Übersicht über ambulante Pflegedienste im Rhein-Erft-Kreis finden Sie hier:
https://www.pflegesuche.de/pflegedienste_landkreis_Rhein-Erft-Kreis_7.html

Palliative Versorgung

Informationen zu
Krankheitsverläufen

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