Palliative Versorgung  –

was bedeutet das?

Für Patienten mit einer unheilbaren fortschreitenden Erkrankung oder einer fortschreitenden chronischen Krankheit bedeutet Palliative Versorgung pflegerische und ärztliche Begleitung mit der Zielsetzung, belastende Symptome wieSchmerzen, Übelkeit und Ängste zu behandeln.

Was ist Palliativmedizin?

Die Versorgung schwerstkranker und sterbender Menschen ist eine hochsensible Aufgabe. Wenn die kurativen Möglichkeiten weitestgehend ausgeschöpft sind und keine realistische Aussicht auf Heilung besteht, rückt die palliative Versorgung in den Vordergrund. Es geht darum, Schmerzen und seelisches Leid zu lindern, die Lebensqualität so weit wie möglich zu erhalten und ein Sterben in Würde zuzulassen.

Die meisten Menschen wünschen sich, in ihrem vertrauten Umfeld zu sterben. Tatsächlich jedoch verbringen viele den letzten Lebensabschnitt im Krankenhaus. Dabei gibt es im ambulanten Bereich vielfältige Möglichkeiten der palliativen Versorgung. Zu nennen ist hier insbesondere die allgemeine ambulante Palliativversorgung, kurz AAPV. Sie wurde in den vergangenen Jahren gefördert und ausgebaut, ist aber oftmals wenig bekannt. In besonders schwerwiegenden Fällen kann darüber hinaus eine spezialisierte ambulanten Palliativversorgung durch ein SAPV-Team erforderlich werden.

„Palliativmedizin ist ein Ansatz zur Verbesserung der Lebensqualität von Patienten und ihren Familien, die mit Problemen konfrontiert sind, welche mit einer lebensbedrohlichen Erkrankung einhergehen. 

Dies geschieht durch Vorbeugen und Lindern von Leiden durch frühzeitige Erkennung, sorgfältige Einschätzung und Behandlung von Schmerzen sowie anderen Problemen körperlicher, psychosozialer und spiritueller Art.“

–WHO

Die Allgemeine Ambulante Palliativversorgung (AAPV)

Die Allgemeine Ambulante Palliativversorgung (AAPV) ist die Begleitung und Behandlung von Palliativpatienten und evtl. Unterstützung ihrer Angehörigen durch Haus- und Fachärzte, allgemeine Pflegedienste und andere Berufsgruppen - ausgerichtet nach palliativmedizinischen Therapiezielen. Geschulte ehrenamtliche Mitarbeiter werden je nach Bedarf mit eingebunden (z.B. ambulante Hospize).

Die Ärzte in der AAPV leisten eine palliativmedizinische Basisbetreuung; für diese qualifizierte ärztliche Grundversorgung ist die Absolvierung einer Kursweiterbildung Palliativmedizin Bedingung. Die Koordination der Betreuung des Patienten bleibt in der Hand des Hausarztes. Nur der palliativmedizinisch weitergebildete Haus- oder Facharzt kann den Palliativpatienten in die AAPV-Versorgung einschreiben.

Reichen die therapeutischen Möglichkeiten nicht mehr aus, um den Bedürfnissen des Patienten gerecht zu werden, muss er, wenn er zuhause bleiben möchte, in die Spezialisierte Ambulante Palliativversorgung eingebunden werden.

Die Spezialisierte Ambulante Palliativversorgung

Die Spezialisierte Ambulante Palliativversorgung (SAPV) richtet sich an Palliativpatienten (und deren Angehörige), bei denen die Komplexität der symptomatischen Belastung den Einsatz eines spezialisierten Palliativteams erforderlich macht.

"Komplexität der symptomatischen Belastung" bedeutet, dass der Patient unter schweren, vielleicht therapeutisch schwierig einzustellenden Krankheitssymptomen leidet u./o. z.B. große Wundflächen zu behandeln sind.

Die Verordnung der SAPV erfolgt über  niedergelassene und Krankenhausärzte. Voraussetzung für die Bewilligung durch die Krankenkassen ist ein "komplexes Symptomgeschehen". Auch ein hoher psychischer Leidensdruck oder psychiatrische Zustandsbilder können phasenweise eine SAPV-Verordnung rechtfertigen.

Die Leistungserbringer in der SAPV sind ein Team verschiedener Berufsgruppen - Palliative-Care-Teams (PCT) - , die in einer vernetzten Versorgungsstruktur arbeiten - Ärzte mit Zusatzbezeichnung "Palliativmedizin", Pflegekräfte mit "Palliative-Care"-Ausbildung - beide Gruppen mit palliativer Berufserfahrung. Weitere Berufsgruppen wie Psychologen, Physiotherapeuten, Seelsorger werden bei Bedarf eingebunden. Die Kooperation mit den ambulanten Hospizen ist gesetzlich verankert.

Die Abgrenzungskriterien AAPV/SAPV in ihrem Leistungsspektrum sind nicht immer ganz klar, die Grenze ist fließend. Die Entscheidung für die jeweilige Versorgungsform ist abhängig von der Symptomlast des Patienten, die sich im Verlauf seiner schweren Erkrankung oft progredient oder phasenweise verändert.

Ziel der spezialisierten Versorgung ist zunächst der Versuch einer Stabilisierung des Patienten und - wenn möglich - eine Rückführung in die allgemeine Versorgung.

Palliative Versorgung im Heim, Krankenhaus und Hospiz

Auch im Heim kann eine Palliativversorgung ermöglicht werden. Kooperationsvereinbarungen mit niedergelassenen Ärzten vereinfachen die Zusammenarbeit. Ende 2018 bestanden bundesweit rund 22.000 Kooperationsverträge zwischen Arztpraxen und Pflegeheimen.

Palliativstationen in Krankenhäusern und stationäre Hospize kommen für Menschen infrage die zu Hause oder im Heim nicht adäquat palliativ versorgt werden können. Stationäre Hospize sind eigenständige Einrichtungen zur ganzheitlichen Pflege und Versorgung von Palliativpatienten.

 

Haupt- und Ehrenamtliche arbeiten eng mit erfahrenen Palliativmedizinern der ambulanten Versorgung zusammen. Auf einer spezialisierten Palliativstation im Krankenhaus versorgt ein multiprofessionelles Team schwerstkranke Menschen, die unter komplexen Symptomen leiden. Rund 15% der Krankenhäuser in Deutschland haben eine Palliativstation.

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